Vinos de Pago – Spaniens Weinolymp

Dominio de Valedpusa, © Jörg Philipp, Degustar.de
Die Voraussetzungen zur Erlangung dieses Status muss jede autonome Region Spaniens selbst festlegen. D.h. alle, die eine entsprechende Regelung haben, können Vinos de Pagos zulassen. Die Kellerei muss hierfür einen Antrag stellen und fünf Jahre lang die geforderten Besonderheiten zu Klima, Böden, Vegetationszyklus und ähnliches dokumentieren. Insgesamt kommen da pro Jahr schnell 300-400 Seiten zusammen und werden sogar als Buch gebunden. Die Einzellage ist im Gesetz nicht festgelegt. Es muss sich um eine außergewöhnliche Gegend handeln und sich deutlich von anderen Gebieten in der Region unterscheiden. Es können auch verschiedene Rebgärten in einem Gebiet sein. Sie müssen nicht zusammenhängen und sollen in der Nähe der Kellerei liegen. Die Weine müssen getrennt von den anderen ausgebaut werden und der Prozess muss klar verfolgbar sein.

Die aktuell zugelassenen Vinos de Pagos (Stand 12/2009) sind:

  • Dominio de Valdepusa, Toledo, Kastilien La Mancha
  • Finca Élez, Albacete, Kastilien La Mancha
  • Pago Guijoso, Albacete, Kastilien La Mancha
  • Dehesa del Carrizal, Ciudad Real, Kastilien La Mancha
  • Gran Vino Señorío de Arínzano, Navarra
  • Prado Irache, Navarra
  • Señorío de Otazu, Navarra
  • Pago Florentino, Ciudad Real, Kastilien La Mancha
  • Campo de la Guardia, Toledo, Kastilien La Mancha

Zusammenfassend sind die aktuell zugelassenen Vinos de Pagos von hervorragender Qualität. Es war eigentlich vorgesehen, dass die Weine eine entsprechende Marktrelevanz aufweisen müssen. Allerdings ist z.B. Señorío de Otazu zugelassen worden, obwohl zum Zeitpunkt der Zulassung noch keine Flasche Wein verkauft war. Da jede autonome Region die landesweite Regelung in eigenes Recht umwandeln muss, ist in einigen Regionen keine Umsetzung vorgesehen. Valencia hat 2009 das autonome Recht erlassen und es wird in naher Zukunft einige neue Vinos de Pagos geben. Das Recht macht es für den Weintrinker nicht einfacher, dafür ist die entstehende Vielfalt auf jeden Fall ein Gewinn.


Autor: Jörg Philipp, Degustar, Stuttgart

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