Knapp 2,4 Millionen Hektoliter Weinmost geherbstet

Herausragende Qualität – Landesweit sind 85 Prozent der Moste für Prädikatsweine geeignet

Nachdem eine entspannte Weinlese zu Ende ging, sind jetzt die Kellermeister am Zug. Dass die Qualität der geernteten Trauben stimmt, zeigen die jüngsten Schätzungen der Weinbausachverständigen des Statistischen Landesamtes. Danach erwarten die Sachverständigen sortentypische, ausdrucksvolle Weine von herausragender Qualität. Nach den Ausgangsmostgewichten könnten entsprechend den gesetzlichen Regelungen in Württemberg 865 000 Hektoliter (hl) oder 77 Prozent der anfallenden Weinmostmenge als Prädikatsweine (Kabinett, Spätlese, Auslese und dgl.) und 23 Prozent für die Erzeugung von Q.b.A.-Weinen ausgebaut werden. In Baden wären 93 Prozent (1,17 Mill. hl) des Mostertrages zur Herstellung von Prädikatsweinen und der Rest als Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.) geeignet. Dabei liegt der Prädikatsweinanteil in Württemberg bei den Weißmosten und in Baden bei den Rotmosten jeweils knapp unter der 100-Prozent-Marke. Entsprechend den Absatzmöglichkeiten werden aber traditionell mehr Q.b.A.-Weine mit herausragenden Qualitätseigenschaften und damit weniger Prädikatsweine hergestellt und vermarktet. Zahlreiche Winzer- (Weingärtner-) genossenschaften haben deshalb bereits im Vorfeld der Lese ihre Qualitätsanforderungen erhöht und die Mindestmostgewichte heraufgesetzt.

Der Mostertrag wird im Anbaugebiet Baden auf 81 Hektoliter je Hektar (hl/ha; 2008: 89,3 hl/ha) Weinmost und im Anbaugebiet Württemberg auf 100 hl/ha (2008: 100,2 hl/ha) veranschlagt bei wie üblich ausgeprägten regionalen und sortenspezifischen Unterschieden. Die langjährigen Durchschnittserträge 1999/2008 liegen in Baden mit 84,3 hl/ha knapp und in Württemberg mit 109,9 hl/ha deutlich über den diesjährigen Erträgen.

Den bisherigen Umfang der Ertragsrebfläche unterstellt, folgert daraus eine baden-württembergische Weinmosternte von 2,38 Mill. hl (1,02 Mill. hl Weiß- und 1,36 Mill. hl Rotmost). Damit würde das langjährige Mittel 1999/2008 (2,52 Mill. hl) um mehr als 6 Prozent untertroffen. Voraussichtlich entfallen davon 1,25 Mill. hl auf das Anbaugebiet Baden (724 000 hl Weißmost und 530 000 hl Rotmost) sowie 1,13 Mill. hl auf das Anbaugebiet Württemberg (295 000 hl Weißmost und 834 000 hl Rotmost). Erfahrungsgemäß werden die tatsächlich realisierten Erntemengen und Erträge, wie sie später aus den Meldungen zur Weinbaukartei ermittelt werden, aber geringfügig niedriger liegen.

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