Trinken und Rausch

Bacchus – Nützliche Gottheit; von den Alten als Ausrede für einen guten Rausch erfunden.

(Des Teufels Wörterbuch: Ambrose Gwinnett Bierce, 1842-1914, amerikanischer Schriftsteller)


Wer niemals einen Rausch gehabt,
Der ist kein braver Mann;
Wer seinen Durst mit Achteln labt,
Fang lieber gar nicht an.

(Joachim Perinet, 1763-1816, deutscher Schriftsteller)


Am Rausch ist nicht der Wein schuld, sondern der Trinker.

(Konfuzius)


An einem Rausch ist das schönste der Augenblick,
in dem er anfängt –
und die Erinnerung an ihn.

(Kurt Tucholsky)


Weine, welche die Einbildungskraft des Trinkers nicht zum Spielen und Gaukeln bringen, taugen wenig oder nichts.

(Anton Schnack, 1892-1973)


Weißwein ist das was man trinkt, bevor man Rotwein trinkt.

(Bruno Prats, Château Cos d’Estournel)


Es ist besser, voll guten Weines zu sterben, als voll Durst.

(Französische Erkenntnis)


Der ist nicht wert des Weines,
Der ihn wie Wasser trinkt.

(Die Lieder des Mirza Schaffy, Friedrich Martin von Bodenstedt, 1819-1892, deutscher Schriftsteller)


Weinlesen macht nicht betrunkener als Büchertrinken belesener macht.

(Elke Heidenreich)


Ich möchte Weintrinker sein,
mit Kumpanen abends vor der Sonne sitzen
und von Dingen reden, die wir gleich verstehn…

(Franz Josef Degenhardt, deutscher Liedermacher und Schriftsteller)


Wer trinkt, soll reinen Herzens sein, mit Wein ist nicht zu scherzen.

(Friedrich Rückert, 1788-1866, deutscher Dichter und Übersetzer)


Was kann das Totenreich gestatten?
Nein! Lebend muß man fröhlich sein.
Dort herzen wir nur kalte Schatten;
Dort trinkt man Wasser und nicht Wein.

(Friedrich von Hagedorn, 1708-1754)


Trink ihn aus, den Trank der Labe,
Und vergiß den großen Schmerz!
Wundervoll ist Bacchus‘ Gabe,
Balsam für’s zerrissne Herz!

(Friedrich von Schiller, 1759-1805, Das Siegesfest)


Einem jeden Menschen gibt die Natur das Seine.
Wenn ich dichte, trinke ich nur vom guten Weine,
Wie der Wein ist, den ich trink‘, so ist auch mein Schreiben.
Wenn ich nichts genossen hab‘, kann ich nichts betreiben.
Verse, die ich nüchtern mach‘, ach wie leicht die wiegen!
Nach dem Trunk kann ich jedoch den Ovid besiegen.

(Gedicht des Archipoeta, 12. Jahrhundert, übertragen von Prof. Dr. Otto Meyer)


Der Wein wächst nur gut unter dem Schutz eines sanften Himmels, und ähnliche Seelen müssen diejenigen haben, die ihn am besten trinken.

(Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799)


Das alte Fass ist ausgetrunken,
der Himmel steckt ein neues an.
Wie mancher ist vom Stuhl gesunken,
der nun nicht mit uns trinken kann.
Doch ihr, die ihr wie wir beim alten
mit so viel Ehren ausgehalten,
geschwind die alten Gläser her
und setzt euch zu den neuen her!

(Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799)


Ich weiß, sie trinken heimlich Wein
und predigen öffentlich Wasser.

(Heinrich Heine, 1797-1856)


Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind jene, aus denen man trinkt.

(Joachim Ringelnatz)


Wer keinen Wein trinkt,
dem entgeht viel Genuß,
Wer aber den Wein falsch trinkt,
verdirbt sich und anderen den Genuß.

(Joachim Ringelnatz)


Beim Weißwein denkt man,
beim Rotwein spricht man,
beim Sekt macht man Dummheiten.

(Henri Vidal)


Es wird gewiss in England des Jahres noch einmal so viel Portwein getrunken, als in Portugal wächst.

(Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799)


Wenn der Wein niedersitzt, schwimmen die Worte empor.

(Herbert Heckmann, deutscher Schriftsteller)


Jetzt schwingen wir den Hut
der Wein, der war so gut.
Der Kaiser trinkt Burgunder Wein,
sein schönster Junker schenkt ihm ein,
und schmeckt ihm doch nicht besser, nicht besser.

(Johann Peter Hebel, 1760-1826, Abendlied)


Trunken müssen wir alle sein!
Jugend ist Trunkenheit ohne Wein;
Trinkt sich das Alter wieder zu Jugend,
so ist es wundervolle Tugend.
Für Sorgen sorgt das liebe Leben,
und Sorgenbrecher sind die Reben.
Solange man nüchtern ist,
gefällt das Schlechte;
wie man getrunken hat,
weiß man das Rechte.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)


Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)


Wenn man nicht trinken kann,
soll man nicht lieben;
Doch sollt ihr Trinker euch
nicht besser dünken,
wenn man nicht lieben kann,
soll man nicht trinken.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)


Ein Mädchen und ein Gläschen Wein,
sind die Retter in der Not,
denn wer nicht trinkt und wer nicht küßt,
der ist so gut wie tot.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)


Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden,
Doch ihre Weine trinkt er gern.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832: Faust, Auerbachs Keller)


Brüder, fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel sprützen:
Dieses Glas dem guten Geist.

(Friedrich von Schiller, 1759-1805)


Die Erde wär‘ ein Jammertal
Voll Grillenfang und Gicht,
Wüch’s uns zur Lindrung unsrer Qual
Der edle Rheinwein nicht.

(Ludwig Hölty, 1748-1776, deutscher Dichter, Trinklied)


Champagner ist das einzige Getränk, das Frauen schöner macht, je mehr sie davon trinken.

(Madame Pompadour, 1721-1764, Mätresse König Ludwigs XV., 1710-1774)


Das Trinken ist fast das letzte Vergnügen, das uns die Jahre nehmen.

(Michel de Montaigne)


Bier auf Wein, das laß sein; Wein auf Bier, das rat‘ ich dir.

(Deutsches Sprichwort)


Ich trinke nicht Wein, um zu trinken bloß,
Nicht zu schwelgen sitten- und glaubenslos;
Ich trinke, um höher mich zu beleben,
Mich aus mir und über mich zu erheben.

(Omar Chajjâm, 1048-1131)


Heb auff und laß uns trinken, von disem gueten Wein, und lähmt er uns die schinken, so mues er doch hinein.

(Oswald von Wolkenstein, 1377-1445, spätmittelhochdeutscher Liederdichter und -komponist)


Lehne niemals Wein ab. Es ist eine seltsame, aber allgemein anerkannte Meinung, dass jeder, der keinen Wein trinkt, ein Alkoholiker sein muss.

(P.J. O’Rourke, amerikanischer Schriftsteller)


In jedem vollen Glase Wein
Seh‘ unten auf dem Grund
Ich deine hellen äugelein
Und deinen süßen Mund.

Da trink ich schnell und warte nicht
Und küsse dich im Wein;
Auf’s neu zu schaun dein Angesicht
Schenk ich schnell wieder ein.

So füll und leer mein Gläschen ich
Und trinke immer zu!
Nennt man mich nächstens liederlich –
Die Schuld mein Schatz hast Du!

(Rudolf Hermanns, 1853-1909)


Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse.

(Salvador Dalí, 1904-1989)


Der Wein erquickt den Menschen das Leben, so man ihn mäßig trinkt.

(Sirach 31,32)


Wein befeuchtet und temperiert den Geist und wiegt die Sorgen des Gemüts in Schlaf. Er belebt unsere Freuden und ist Öl auf die sterbende Flamme des Lebens. Wenn wir mäßig und in kleinen Zügen trinken, dann geht der Wein in unsere Lungen über wie süßester Morgentau. Dann begeht der Wein keinen Raub an unserer Vernunft, sondern lädt uns ein zu freundlicher Heiterkeit.

(Sokrates, 469-399 v. Chr., griechischer Philosoph)


In Wein und Bier ertrinken mehr denn im Wasser.

(Sprichwort)


Der Wein erfindet nichts, er schwatzts nur aus.

(Friedrich von Schiller, 1759-1805, Wallenstein, Die Piccolomini IV. Aufzug , 7.Auftritt))


Ehrst Du nicht nur unser Land,
sondern auch den Winzerstand,
willst des Winzers Gast Du sein,
trinke Heimatwein!

(Spruch der Seußlitzer Weinstuben)


Wein saufen ist Sünde,
Wein trinken ist beten.
Lasset uns beten.

(Theodor Heuss)


Trink, betrübter, totenblasser
Wassertrinker, Rebenhasser,
trink doch Wein!
Deine Wangen wirst Du färben,
weiser werden, später sterben,
glücklich sein!

(Unbekannt)


Es gibt mehr alte Weintrinker als alte Ärzte.

(Volksweisheit aus Franken)


Wer als Wein- und Weiberhasser
jedermann im Wege steht,
der esse Brot und trinke Wasser
bis er daran zugrunde geht.

(Wilhelm Busch, 1832-1908)


Weh denen, die des Morgens früh auf sind, des Saufens sich zu fleißigen, und sitzen bis in die Nacht, daß sie der Wein erhitzt, und haben Harfen, Psalter, Pauken, Pfeifen und Wein in ihrem Wohlleben und sehen nicht auf das Werk des Herrn und schauen nicht auf das Geschäft seiner Hände!

(Jesaja 5, 11-12)


Viel Wein macht dumme Leute.

(Deutsches Sprichwort)


Je stärker der Wein, je schwächer das Bein.

(Deutsches Sprichwort)


Der Wein ist kein Narr, aber er macht Narren.

(Deutsches Sprichwort)


Der Wein hält nichts geheim.

(Deutsches Sprichwort)


Beim Wein geht die Zunge auf Stelzen.

(Deutsches Sprichwort)


Unser deutscher Teufel muß ein guter Weinschlauch sein und muß Sauf heißen.

(Martin Luther, 1483-1546)


Unter den heiligsten Zeilen des Shakespeare wünschte ich, daß diejenigen einmal mit Rot erscheinen mögten, die wir einem zur glücklichen Stunde getrunkenen Glas Wein zu danken haben.

(Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799)


Durch die Ruderbänke reicht die Becher, öffnet alle Krüge für die Zecher, wie könnten wir bei so viel Wein, die ganze Nachtwach‘ über nüchtern sein?

(Archilochos von Palos, 700-645 v. Chr., griechischer Lyriker)


Wein ist ein Getränk, das nur im Fass, nicht aber im Kopf still ist.

(Bulgarisches Sprichwort)


In meinen Becher mit Wein ist ein Falter geflogen,
Trunken ergibt er sich seinem süßen Verderben,
Rudert erlahmend im Nass und ist willig zu sterben
Endlich hat ihn mein Finger herausgezogen.

So ist mein Herz, von deinen Augen verblendet,
Selig im duftenden Becher der Liebe versunken,
Willig zu sterben, vom Wein deines Zaubers betrunken,
Wenn nicht ein Wink deiner Hand mein Schicksal vollendet.

(Hermann Hesse, 1877-1962, deutsch-schweizerischer Dichter und Schriftsteller)


Weißt Du, manchmal habe ich so das Gefühl, eine Pulle Wein sei mehr Wert, als die ganze Dichterei.

(Gottfried Keller, 1819-1890, schweizer Dichter)


Goethe trank täglich mehr als zwei Liter Wein und wurde über 80 Jahre alt. Und niemand sage, mit nur einem Liter hätte er zweimal so viel geschrieben und wäre er doppelt so alt geworden.

(Gregor Brand, deutscher Lyriker und Aphoristiker)


Noch währt die Zeit der Jugend, das Beste ist nur Wein.
Das Beste für Betrübte ist wüst und trunken sein.
Die Welt ist wüst vom Scheitel bis zu der Füße Rand.
Das wüst sein ist das Beste, in einem wüsten Land.

(Hafis, 1324-1390, persischer Lyriker)


Lieb-, Lied- und Weines Trunkenheit,
Ob’s nachtet oder tagt,
Die göttlichste Betrunkenheit,
Die mich entzückt und plagt.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)


Der Name Wirtemberg
Schreibt sich vom Wirt am Berg –
Ein Wirtemberger ohne Wein,
kann der ein Wirtemberger sein?

(Friedrich von Schiller, 1759-1805)


Jungen Wein in alte Schläuche füllen.

(Redensart nach Matthäus 9, 17)


Die junge Generation hat auch heute Respekt vor dem Alter, allerdings nur noch beim Wein, beim Whisky und bei den Möbeln.

(Truman Capote, 1924-1984, amerikanischer Schriftsteller)

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